Warum Neue Arbeit und Neues Lernen so eng verknüpft sind

Steps (Photo by Lindsay Henwood on Unsplash)

Das Neue am Lernen ist nicht mehr nur, dass wir Dinge erlernen, sondern auch, dass wir Dinge zielgerichtet verlernen, meint Inga Höltmann. Und das hat ganz grundlegende Auswirkungen auf unsere Arbeit. 

Bei der Accelerate Academy bringe ich Neue Arbeit und Neues Lernen zusammen – ganz bewusst. Ich bin fest davon überzeugt, dass Arbeiten und Lernen in Zukunft zusammengehören wird – wenn wir arbeiten, werden wir (noch mehr als heute) konstant im Lernmodus sein. Allzu oft nehmen wir heute beides noch als getrennte Entitäten wahr, die nacheinander vollzogen werden: Zuerst die Ausbildung und dann der Eintritt in die Arbeitswelt. Später im Job Fortbildung oder Arbeiten – nie beides zugleich.

Doch heute ist das Ausbildungsende höchstens ein Schnappschuss, der einen zufälligen Zeitpunkt abbildet. Die Arbeitswelt und unser Wissen sind einem stetigen Wandel unterworfen – und es wandelt sich in immer schnelleren Rhythmen. Produktzyklen, technologischer Fortschritt oder wirtschaftliche Trends zeigen das ganz deutlich.

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Wer mithalten will, muss weiterlernen: Verlernen und erlernen zugleich. Denn New Learning ist nicht nur, neues Wissen aufzunehmen, sondern auch Veraltetes loszulassen, wenn wir erkennen, dass es veraltet ist und uns nirgendwo mehr hinführt.

Drei Thesen, was New Learning noch ist:

1| New Learning ist neue Formate
Wir sind es gewohnt in bestimmten Formaten zu lernen: Klassische Workshops gehören dazu. Oder Panel-Diskussionen auf Konferenzen – ebenfalls ein sehr klassisches Format. Und solche klassischen Formate haben ihre Bewandtnis. Doch unser Umfeld hat sich verändert und das hat Raum gemacht für neue Formate. Heute lernen wir digital im E-Learning oder in Webinaren oder gehen auf selbstorganisierte Konferenzen wie Bar-Camps oder “Unkonferenzen”. Nichts davon ist “richtiger” oder “falscher” – doch wir müssen diese Formate kennen, um zu wissen, welches uns zu unserem Ergebnis führt.

2| New Learning ist Lernen und Lehren zugleich
In der herkömmlichen Lernumgebung sind die Rollen und Hierarchien absolut klar: Hier Schüler/innen, dort Lehrer/innen. Auch das verändert sich. In den immer komplexer werdenden Umfeldern sind Erfahrung, Wissen und Kenntnisse unregelmäßig verteilt – je nach Thema kann dieselbe Person mal lehrend und mal lernend sein. Das bedeutet auch eine Emanzipation der Mitarbeitenden – es ist ein Reifeprozess, das anzuerkennen und anzunehmen und sich zu trauen, sein Wissen zu teilen. Doch auch Wissen anzunehmen, dazu gehört Mut – gerade wenn es sich in einer klassischen Organisation um jemanden handelt, der hierarchisch eigentlich unterstellt ist. Und so heißt New Learning auch: Nicht nur Neues lernen in neuen unbekannten oder experimentellen Formaten, sondern auch ganz neu zu lernen, wie wir lernen.

3| Die richtige Lernkultur wird über den Erfolg von Unternehmen entscheiden
Es gibt vor allem zwei Dinge die maßgeblich für die Lernkultur in einem Unternehmen sind: Zum einen, ob eine Organisation Räume und Formate schafft, dass Menschen in den Austausch kommen können und zwischen den beiden Rollen “lernend” und “lehrend” oszillieren können. Und zum anderen, ob Organisationen konstantes und konsequentes Lernen zu jeder Zeit an jedem Ort zulassen. Denn solches Lernen ist die Grundvoraussetzung für nachhaltige und andauernde Innovation. Denn was ist im Kern von Innovation? Dinge neu zu kombinieren, die vorher noch nicht zusammengebracht worden sind. Und um das tun zu können, müssen wir Augen und Ohren weit aufhalten – und dazu braucht es Lernräume im Unternehmen.

Inga Höltmann (Bild: Axel Kuhlmann)
Inga Höltmann (Bild: Axel Kuhlmann)

Inga Höltmann (ingahoeltmann.de/) ist Expertin für die Themen Kulturwandel in Unternehmen, New Work und Digital Leadership. Sie ist Gründerin der “Accelerate Academy”, einer Plattform für Neues Arbeiten und Neues Lernen, und Macherin der New Work Masterclass, einem innovativen Format für berufliche Fortbildung. Sie ist außerdem ausgebildete Wirtschaftsjournalistin, zu ihren Auftraggebern gehören der Berliner Tagesspiegel und der Deutschlandfunk Kultur. Bekannt ist sie auch für ihre beiden Podcasts zur Zukunft der Arbeit, nachzuhören unter ingahoeltmann.de/podcast. Twitter: @ihoelt

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dann sende Deine Idee einfach an Inga: inga@accelerate-academy.de

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